Über dieses Tool
Der Chiffre-Identifikator analysiert einen unbekannten Geheimtext und schlägt vor, welche klassische Chiffre ihn am wahrscheinlichsten erzeugt hat. Anstatt zu entschlüsseln, berechnet er statistische Fingerabdrücke und gleicht sie mit den bekannten Signaturen gängiger Chiffren ab, was Ihnen einen Ausgangspunkt für den Rest des Toolkits gibt. Alles läuft lokal in Ihrem Browser, sodass eingefügter Text privat bleibt.
Das Kernmaß ist der Koinzidenzindex (IC = Σ nᵢ(nᵢ−1) / N(N−1)), die Wahrscheinlichkeit, dass zwei zufällig gewählte Buchstaben übereinstimmen. Englischer Klartext und monoalphabetische Chiffren (Caesar, Atbash, Affine, Keyword) liegen nahe IC ≈ 0,066, während polyalphabetische Chiffren (Vigenère, Beaufort) die Verteilung in Richtung IC ≈ 0,038 abflachen. Das Tool kombiniert dies mit einem Chi-Quadrat-Test gegen englische Buchstabenhäufigkeiten: ein monoalphabetisch aussehender IC in Kombination mit einem niedrigen Chi-Quadrat bedeutet, dass die Buchstabenhäufigkeiten noch mit Englisch übereinstimmen, was auf eine Transposition (Rail Fence, Columnar) hindeutet, die nur Buchstaben umgeordnet hat; ein hohes Chi-Quadrat deutet auf eine Substitution hin, die sie neu abgebildet hat.
Es untersucht auch den Zeichensatz (nur A/B deutet auf Baconsch, nur 0/1 auf binär, nur Ziffern auf ein A1Z26- oder Polybios-Schema) und strukturelle Hinweise wie die Paritätslänge des Textes, das Fehlen von Doppelbuchstaben und kein J, die zusammen die Wahrscheinlichkeit von Playfair erhöhen. Das Ergebnis ist eine geordnete Liste von Kandidatenchiffren mit Konfidenzhinweisen neben den Rohstatistiken. Es bietet Vorschläge, keine Gewissheit — besonders kurze Texte machen die Zahlen unzuverlässig.